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Ratgeber/Ein Pferd verkaufen
Gesatteltes Pferd mit Halfter vor einer roten Scheune, bereit zur Besichtigung.
Ratgeber · Pferd verkaufen

Ein Pferd verkaufen

So verkaufst du dein Pferd sicher und an die richtige Person: professionelle Fotos und Videos, eine ehrliche Anzeige, die trotzdem verkauft, ein fairer Preis, gut geführte Besichtigungen und ein sauberer Vertrag. Der komplette Ratgeber, wenn du ein Pferd verkaufen willst.

11 Min. Lesezeit·Aktualisiert Juli 2026

Ein guter Pferdeverkauf ist kein Glücksfall, sondern das Ergebnis von Vorbereitung. Die richtigen Fotos und Filme entscheiden, ob jemand deine Anzeige überhaupt öffnet – und eine ehrliche, klare Darstellung entscheidet, ob sich die richtige Person meldet. Hier gehen wir den ganzen Weg durch: von der Vorbereitung und den Aufnahmen bis zu Besichtigung, Vertrag und Übergabe.

Den Verkauf vorbereiten

Bevor die Anzeige online geht, kläre, für wen das Pferd wirklich geeignet ist – und sei ehrlich bei Ausbildungsstand, Temperament und Einsatzgebiet. Wird ein Pferd an die falsche Zielgruppe vermarktet, verschwendest du Besichtigungen und enttäuschst Interessenten. Je klarer du bist, desto schneller findest du das passende Zuhause.

Bring die Unterlagen in Ordnung, bevor du startest. Das schafft Vertrauen und macht den Abschluss leicht, sobald die richtige Person kommt.

Das sollte stehen, bevor die Anzeige live geht
  • Equidenpass und Eigentumsnachweis – der Pass geht mit dem Pferd an die kaufende Person
  • Impf- und Entwurmungsnachweis
  • Vorhandene Röntgenbilder oder tierärztliche Gutachten
  • Turniererfolge und Leistungsnachweise, falls vorhanden
  • Eine wahrheitsgemäße Liste bekannter Verletzungen, Krankheiten und Unarten

Warum gute Fotos so wichtig sind

Fotos sind das Erste – und oft das Einzige –, worüber Interessenten urteilen, bevor sie sich melden. Ein scharfes, helles, ehrliches Bild kann der Unterschied sein zwischen Funkstille und zwanzig ernsthaften Anfragen. Du brauchst keine teure Kamera; ein aktuelles Handy bei gutem Licht reicht völlig, wenn du die Grundlagen beachtest.

Licht und Zeitpunkt

Fotografiere bei weichem Tageslicht – früher Morgen oder später Nachmittag geben das schönste Licht. Meide harte Mittagssonne, die scharfe Schatten wirft, und dunkle Ställe, in denen das Pferd grau und ohne Zeichnung wirkt. Die Sonne gehört hinter dich als Fotograf, damit das Pferd gleichmäßig ausgeleuchtet ist.

Hintergrund und Untergrund

Wähle einen ruhigen, aufgeräumten Hintergrund – eine gemähte Wiese, ein Reitplatz oder eine schlichte Wand. Schubkarren, Eimer, Kabel und Personen im Bildhintergrund gehören weg. Ein ebener, fester Untergrund lässt das Pferd korrekt aufstellen und zeigt das Exterieur fair.

Das Pferd aufstellen

Striegle das Pferd sauber, lege die Mähne auf die richtige Seite und putze die Hufe. Fotografiere das Pferd im Stand von der Seite im Profil, die Beine sichtbar (nicht hintereinander verdeckt). Mach Aufnahmen von beiden Seiten, von vorn und von hinten sowie Nahaufnahmen von Kopf, Beinen und Hufen. Am besten hält jemand das Pferd, damit die Ohren nach vorn gehen und der Blick wach wirkt.

Foto-Checkliste
  • Standbild im Profil von links und rechts (das ganze Pferd)
  • Von vorn und von hinten, damit die Beinstellung erkennbar ist
  • Nahaufnahme von Kopf und Gesicht – das schafft Nähe
  • Details: Beine, Hufe, Abzeichen oder Narben
  • Mindestens ein Bild in der Bewegung oder unter dem Sattel
  • Mach 50+ Fotos und wähle die 8–12 besten aus
Sei ehrlich – nicht schönfärberisch

Retuschiere niemals Macken, Narben oder Exterieurfehler weg. Bearbeitete Bilder wecken falsche Erwartungen, führen zu Absagen bei der Besichtigung und können im schlimmsten Fall eine Streitigkeit begründen. Aufhellen und Zuschneiden ist in Ordnung – das Pferd selbst darfst du nicht verfremden.

Videos, die verkaufen

Bewegtbilder sind heute fast Pflicht, vor allem für Interessenten, die weit anreisen. Ein gutes Video sortiert Leute aus, die sowieso nicht gepasst hätten, und zieht die an, die wirklich passen. Filme im Querformat (16:9), halte das Handy ruhig oder nimm ein Stativ, und filme so weit weg, dass die ganze Bewegung im Bild bleibt.

  • Zeig alle drei Gangarten (Schritt, Trab, Galopp) in beide Richtungen
  • Filme an der Hand bzw. an der Longe und unter dem Reiter, wenn das Pferd eingeritten ist
  • Bei Springpferden: ein paar Sprünge im ruhigen Tempo; bei Dressur: ein paar Lektionen auf dem aktuellen Niveau
  • Zeig Auf- und Absatteln, Aufsteigen und das Verhalten des Pferdes – ruhiger Umgang verkauft
  • Halte die Kamera ruhig und folge dem Pferd mit weichen seitlichen Bewegungen – nicht heben, senken oder vor und zurück reißen
  • Lass die Clips roh und im originalen Tempo; schneide die weniger gelungenen Tritte nicht heraus
Praktisches zum Video
  • Helles Tageslicht, am besten draußen oder in einer hellen Reithalle
  • Aus der Distanz filmen, damit das ganze Pferd während der gesamten Bewegung im Bild bleibt
  • Keine Musik, kein Kommentar – Interessenten wollen Hufschlag und Atem hören
  • 1–3 Minuten reichen; das Beste gehört nach vorn

Eine ehrliche Anzeige schreiben, die trotzdem verkauft

Überschrift und die ersten Zeilen entscheiden, ob jemand weiterliest. Sei konkret: Rasse, Geschlecht, Alter, Widerristhöhe, Ausbildungsstand und Einsatzgebiet müssen sofort klar sein. Beschreib danach Charakter, Stärken und was das Pferd braucht, um sich wohlzufühlen. Konkrete Details schaffen mehr Vertrauen als Superlative.

  • Zuerst die Fakten: Rasse, Geschlecht, Alter, Widerristhöhe, Farbe
  • Ausbildungsstand und Erfolge: was das Pferd gemacht hat und heute kann
  • Temperament und Umgang: ein ehrliches Bild des Alltags
  • Gesundheit: bekannte Anmerkungen, letzter Tierarztbesuch, Impfstatus
  • Wonach du suchst: das passende Zuhause, das Niveau der kaufenden Person, eventuell ein Pflegepferd oder jemand, der es in Pflege nimmt
Aufklärungspflicht

Als Verkäuferin oder Verkäufer hast du eine Aufklärungspflicht (upplysningsplikt) für Mängel und Schwächen, die du kennst. Verschweigst du eine bekannte Verletzung oder Unart, kann die kaufende Person vom Kauf zurücktreten oder nachträglich Schadenersatz verlangen. Ehrlichkeit ist rechtlich und finanziell der sicherste Weg.

Weißes Pferd, das Heu in einer hellen, gepflegten Stallbox frisst.

Den richtigen Preis setzen

Der Preis soll Alter, Ausbildung, Erfolge, Gesundheit und Exterieur widerspiegeln – und den aktuellen Markt. Schau dir vergleichbare Pferde an, bleib realistisch und setz dich weder unvernünftig hoch (dann bleiben die Anrufe aus) noch unnötig niedrig (dann signalisierst du Probleme).

  • Vergleiche mit ähnlichen Pferden auf demselben Niveau und Alter
  • Zieh Ausbildungsstand und dokumentierte Erfolge mit ein
  • Sei bereit, den Preis auf Nachfrage mit Fakten zu begründen
  • Leg vorher fest, ob der Preis verhandelbar ist und wie weit du gehen kannst

Besichtigung und Probereiten

Eine ruhige, gut organisierte Besichtigung macht einen großen Unterschied. Hab das Pferd rechtzeitig bereit, sauber und gelassen. Zeig am besten den ganzen Umgang zuerst – Holen von der Weide, Satteln, Ablongieren –, bevor jemand Probe reitet. Sei präsent, sei ehrlich, und lass niemanden unter Zeitdruck geraten.

Vor der Besichtigung
  • Vereinbare einen Termin, an dem du wirklich Zeit hast
  • Hab das Pferd sauber, gesattelt und in Ruhe aufgewärmt
  • Bereite Ausrüstung und einen sicheren Reitplatz vor
  • Sei bereit, ehrlich zu Gesundheit und Unarten Auskunft zu geben
  • Lass die kaufende Person selbst reiten, wenn es sicher wirkt – sonst reite zuerst selbst vor
Ankaufsuntersuchung

Es ist üblich, dass die kaufende Person vor dem Kauf eine Untersuchung möchte. Das ist gesund, und du solltest es begrüßen – eine bestandene Ankaufsuntersuchung stärkt den Abschluss. Kläre, wer zahlt und wo die Untersuchung stattfindet.

Vertrag und Übergabe

Schreib immer einen Kaufvertrag, auch wenn du an Bekannte verkaufst. Eine klare Vereinbarung schützt beide Seiten und beugt Streit vor. Halte im Vertrag fest: Preis, Zahlung, Übergabe, den Zustand des Pferdes und was dazu gehört.

  • Kaufpreis, Zahlungsart und wann gezahlt wird
  • Übergabedatum und wo das Pferd abgeholt wird
  • Zustand des Pferdes und bekannte Anmerkungen (als Anlage)
  • Was dazugehört: Ausrüstung, Futter, Unterlagen, Pass
  • Etwaige Bedingungen, zum Beispiel Vorbehalt einer bestandenen Ankaufsuntersuchung
Privat oder gewerblich?

Verkaufst du als Privatperson an eine andere Privatperson, gilt das köplagen (das schwedische Kaufgesetz) – und der Vertrag hat großes Gewicht. Verkaufst du im Rahmen einer gewerblichen Tätigkeit an eine Privatperson – oder lässt du einen Verkaufsstall dein Pferd an eine Verbraucherin oder einen Verbraucher vermitteln – gilt das konsumentköplagen (das schwedische Verbraucherkaufgesetz, 2022:260). Dieses Gesetz ist zwingend zugunsten der Käuferseite: Mängel, die innerhalb von sechs Monaten auftreten, gelten als ursprünglich. Bei Tieren über einem halben prisbasbelopp (schwedischer Preisgrundbetrag; 5.920 kr im Jahr 2026) kannst du die Sechs-Monats-Regel allerdings vertraglich ausschließen und die kaufende Person auffordern, das Pferd zu untersuchen. Stelle immer klar, in welcher Rolle du verkaufst, und halte den privaten Verkauf von einer etwaigen gewerblichen Tätigkeit getrennt.

Häufige Fragen

Wie viele Fotos und Videos gehören in die Anzeige?

Ziel sind 8–12 gut ausgewählte Bilder, die das Pferd aus mehreren Blickwinkeln zeigen (Profil von beiden Seiten, von vorn, von hinten, Kopf und Details), plus mindestens ein Filmclip mit allen drei Gangarten. Mach lieber viele Fotos und wähle die besten – helle, scharfe, ehrliche Bilder bringen die meisten seriösen Anfragen.

Darf ich die Fotos vom Pferd bearbeiten?

Licht anpassen, Zuschneiden und Gerade-Rücken ist in Ordnung – Exterieurfehler, Narben oder Macken darfst du nie wegretuschieren. Irreführende Bilder führen zu Absagen bei der Besichtigung und können im schlimmsten Fall eine Streitigkeit begründen. Ehrliche Bilder ziehen die richtige Person an.

Brauche ich einen Kaufvertrag, wenn ich ein Pferd verkaufe?

Ja – schreib immer einen Vertrag, auch beim Verkauf an Freunde. Die Vereinbarung sollte Preis, Zahlung, Übergabe, den Zustand des Pferdes, was dazugehört und eventuelle Bedingungen wie eine bestandene Ankaufsuntersuchung regeln. Ein klarer Vertrag schützt beide Seiten und beugt Streit vor.

Muss ich Fehler und Unarten des Pferdes angeben?

Ja. Als verkaufende Person hast du eine Aufklärungspflicht für Mängel und Schwächen, die du kennst. Eine bekannte Verletzung, Krankheit oder Unart zu verbergen, kann dazu führen, dass der Kauf rückabgewickelt wird oder du schadenersatzpflichtig wirst. Sei immer ehrlich – das ist rechtlich und für das Pferd der sicherste Weg.

Soll ich eine Ankaufsuntersuchung zulassen?

Ja. Das ist üblich und sollte begrüßt werden. Eine Untersuchung vor dem Kauf gibt der kaufenden Person Sicherheit und stärkt den Abschluss, wenn das Pferd gesund ist. Kläre vorher, wer die Untersuchung zahlt und wo sie stattfindet.

Was bestimmt den Preis eines Pferdes?

Alter, Ausbildungsstand, dokumentierte Erfolge, Gesundheit, Temperament, Exterieur und Rasse – zusammen mit dem aktuellen Markt. Vergleiche mit ähnlichen Pferden, die zum Verkauf stehen, und setze einen realistischen Preis, den du mit Fakten begründen kannst.

Weiterlesen

Ein Pferd kaufen—Pferdepass und Eigentümerwechsel—Was kostet ein Pferd?

Quellen

  • Konsumentköplag (2022:260) (schwedisches Verbraucherkaufgesetz)
  • Köplag (1990:931) (schwedisches Kaufgesetz)
  • Konsumentverket (schwedische Verbraucherbehörde) – Tiere beim Züchter oder im Geschäft kaufen
  • Schwedisches Landwirtschaftsamt (Jordbruksverket) – Equidenpass und Registrierung von Pferden