WE ARE HORSES
Hilfe
Registrieren
Anmelden
Hästannons.sehastannons.se
Anzeigen
PferdeZuchtmarktReiterAusrüstungStall & FütterungHundSchnäppcheneckePferdetransportImmobilien & HöfeDienstleistungen
Entdecken
Verträge & KaufverträgeRatgeberVerlosungenPferdewohlPferdeversicherungFreja eID einrichtenBTB StudBuchhaltung PremiumStallplanParcoursbauerOld Molly – ZuchtZüchterPferdefotografenEqu used – Gebraucht
StallprofileStallbuchschwedenkarte
Anzeige aufgeben
Hästannons.se
Hästannons.sehastannons.se

Schwedens bester digitaler Ort für das Pferdeleben! Inseriere kostenlos, einfach und sicher.

Marktplatz

  • Anzeige aufgeben
  • Pferd kaufen
  • Reiter
  • Ausrüstung
  • Stall & Fütterung
  • Schnäppchen
  • Marken
  • Pferdedienstleistungen
  • Immobilien & Höfe

Informationen

  • Ratgeber
  • Pferdeversicherung
  • Sicherer Handel mit Hästannons
  • Freja eID einrichten
  • Verlosungen
  • Pferdewohl
  • Nutzungsbedingungen
  • Datenschutzerklärung
  • Konto löschen
  • Cookie-Richtlinie

Hästannons.se

  • Über uns
  • App herunterladen
  • Bei uns inserieren
  • Kontaktiere uns

Folge uns

  • Instagram
  • Facebook
Hämta Hästannons i App StoreLadda ned Hästannons på Google Play

© 2026 hastannons.se. Alle Rechte vorbehalten

WeFlippedGroup.se

Warenkorb

Dein Warenkorb ist leer

Stöbere im Sortiment und lege Produkte hinein.

Anzeigen entdecken →
Pferdewohl/Die stille Sprache des Pferdes: Was das Verhalten über das Wohlbefinden verrät
Nahaufnahme eines braunen Pferdeauges
Pferdewohl · Reportage · Verhalten & Leben

Die stille Sprache des Pferdes: Was das Verhalten über das Wohlbefinden verrät

Das Pferd ist ein Beutetier, von der Evolution darauf geprägt, Schwäche zu verbergen.

10 Min. Lesezeit·Aktualisiert August 2026

Das Pferd ist ein Beutetier, von der Evolution darauf geprägt, Schwäche zu verbergen. Deshalb gehört mentales Wohlbefinden zu den schwierigsten, aber wichtigsten Bereichen, die man messen kann – und zu einem Feld, in dem die Forschung in den letzten Jahren große Fortschritte gemacht hat.

Gesichtsausdruck als Messinstrument

Eine der wichtigsten wissenschaftlichen Entwicklungen ist die Horse Grimace Scale (HGS) – ein standardisiertes System, um Schmerz über den Gesichtsausdruck des Pferdes abzulesen. Die Skala wurde ursprünglich in einer Studie an Pferden entwickelt und validiert, die routinemäßig kastriert wurden, und erwies sich als potenziell wirksame, zuverlässige Methode, Schmerz nach dem Eingriff zu beurteilen. Seither wird sie in mehreren klinischen Kontexten genutzt: Eine Studie zur akuten Hufrehe fand, dass die HGS eine potenziell wirksame Methode ist, Schmerz bei Pferden mit akuter Hufrehe in Ruhe zu beurteilen – Pferde mit hohen HGS-Werten lagen auch auf der etablierten Obel-Skala höher und wurden von Tierärzten als stärker schmerzbelastet eingeschätzt.

Eine Grenze der Methode: Sie hängt von einem menschlichen Beobachter ab, der gut geschult sein muss, um das System korrekt anzuwenden – und die Anwesenheit einer unbekannten Person kann das Verhalten des Tiers selbst beeinflussen. Das hat Forschung zu automatisierter Bildanalyse angestoßen: Forscher haben einen Algorithmus auf Basis von maschinellem Lernen entwickelt, um das Schmerzniveau anhand der Horse Grimace Scale zu beurteilen – mit dem Ziel, Schmerzreaktionen genauer und in Echtzeit zu überwachen.

Stereotypien – die Antwort des Körpers auf eine unzureichende Umgebung

Wiederholte, funktionslose Verhaltensweisen wie Koppen, Weben und Boxenwandern sind gut dokumentierte Hinweise auf eingeschränktes Wohlbefinden. Die Forschung zeigt durchgängig: Wenig Raufutter und minimale Möglichkeiten zum Sozialkontakt hängen mit höherer berichteter Prävalenz stereotypen Verhaltens zusammen.

Das Ausmaß unterscheidet sich stark zwischen Pferdepopulationen. Eine Studie an Galopprennpferden über eine Trainingssaison fand: 14,5 Prozent von 353 beobachteten Pferden zeigten an mindestens zwei Terminen stereotypes Verhalten, insgesamt 34,8 Prozent irgendeine Form unnormalen oder stereotypen Verhaltens. In anderen Turnierdisziplinen wurden noch höhere Zahlen berichtet: 32,5 Prozent bei Dressurpferden, 30,8 Prozent bei Vielseitigkeitspferden und 19,5 Prozent bei Distanzpferden – laut einer oft zitierten Studie.

Mehrere Faktoren wirken zusammen. Eine Zusammenfassung des Forschungsstands stellt fest: Mehrere Studien an Tausenden Pferden fanden durchgängig einen Zusammenhang zwischen stereotypem Verhalten und begrenzter Bewegungszeit, begrenzten Möglichkeiten zum Sozialkontakt mit anderen Pferden sowie begrenzten Weide- oder Futteraufnahme-Möglichkeiten – oft kombiniert mit kraftfutterreichen Rationen. Auch ein stressiges Absetzen, besonders ein abruptes mit Einzelbox, ist ein Risikofaktor.

Die Kopplung an Magenprobleme ist stark: Die Forschung zeigt Magengeschwüre bei mehr als 90 Prozent der Galopprennpferde – und dass junge, wachsende Pferde mit Magengeschwüren eher Koppen entwickeln. In einer Studie nahm die Zeit, die die Pferde mit Koppen verbrachten, ab, wenn die zugrunde liegende Magenkrankheit behandelt wurde.

Soziale Bedürfnisse – oft das am stärksten Unterschätzte

Pferde sind stark soziale Herdentiere. Forschung an Zuchthengsten macht das Problem deutlich: In der Wildnis leben Hengste in sozialen Gruppen. Unter domestizierten Bedingungen steht die Mehrheit der Zuchthengste in Einzelboxen mit begrenztem Sozialkontakt – das fördert Aggressivität und stereotypes Verhalten.

Was lässt sich tun?

Die Forschung ist relativ einig, was hilft. Eine Zusammenfassung stellt fest: Die Behandlung unnormalen, wiederholten Verhaltens zielt darauf, die Auslöser zu verringern – durch eine bessere Umgebung mit passender Beschäftigung, weniger Kraftfutter sowie mehr Raufutter und tägliche Bewegung mit verträglichen Pferden. Und sie betont: Bestrafung dieser Verhaltensweisen ist keine gute Idee. Sie mindert das Verhalten langfristig nicht und kann den Stress noch erhöhen.

Praktisch für dich als Pferdehalter

Checkliste
  • Mehr Bewegung, Raufutter und Sozialkontakt, wenn Stereotypien auftreten.
  • Bestrafe Koppen, Weben oder Boxenwandern nicht.
  • Behandel mögliche Magenprobleme – Magengeschwüre und Stereotypien hängen oft zusammen.

Bei Hästannons gehören Pferdewohl und verantwortliches Halten zusammen – egal ob du kaufst, verkaufst, züchtest oder reitest. Lies weiter in der Serie und in unseren praktischen Ratgebern.

Häufige Fragen

Was ist die Horse Grimace Scale?

Ein validiertes System, um Schmerz über den Gesichtsausdruck des Pferdes zu beurteilen – genutzt in klinischer Forschung und Praxis.

Was bedeuten Koppen und Weben?

Stereotype, wiederholte Verhaltensweisen, die oft mit unzureichender Raufutterversorgung, Sozialkontakt und Bewegung zusammenhängen.

Hilft Bestrafung gegen Stereotypien?

Nein – die Forschung ist klar: Bestrafung mindert das Verhalten langfristig nicht und kann den Stress erhöhen.

Mehr in der Serie

Die stille Revolution in der Pferdewelt—Der erste Abschied: Was die Forschung zum Absetzen von Fohlen sagt—Die Basis des Wohlbefindens: Futter, Umgebung und körperliche Gesundheit

Praktische Ratgeber

Stall und Boxenmaße—Koppeln und Weidemanagement

Quellen

  • Dalla Costa et al. (2014), Development of the Horse Grimace Scale (HGS) as a pain assessment tool in horses undergoing routine castration, PubMed
  • Using the Horse Grimace Scale (HGS) to Assess Pain Associated with Acute Laminitis in Horses, PMC4997272
  • Use of the horse grimace scale to identify and quantify pain due to dental disorders in horses, ScienceDirect
  • Pain assessment in horses using automatic facial expression recognition through deep learning-based modeling, PMC8525760
  • Nicol et al. (2002) via Understanding equine stereotypies, PubMed 11314230
  • Frontiers: Racehorse welfare across a training season, Frontiers in Veterinary Science
  • McGreevy et al. (1995), zitiert in Equine stereotypic behaviors: Causation, occurrence, and prevention, ScienceDirect
  • Is it coping or is it a vice? Understanding stereotypic behaviors in horses, University of Florida IFAS (VM257)
  • Stereotypic Behaviors, Retired Racehorse Project
  • Equine Stereotypical Behaviors, Veterinary Partner (VIN)
  • de Oliveira & Aurich (2021), Journal of Equine Veterinary Science, via Mad Barn Equine Research Database