


Der Anteil älterer Pferde in der Branche steigt stetig.
Der Anteil älterer Pferde in der Branche steigt stetig. Eine US-Studie zeigte: Der Anteil geriatrischer Pferde unter den klinischen Aufnahmen stieg von 2,2 Prozent 1989 auf 12,5 Prozent 1999 – fast eine Versechsfachung in zehn Jahren. Forscher definieren ein Pferd heute ab 15 Jahren als „alternd“ und ab 30 Jahren oder älter als „sehr alt“.
Das spiegelt einen breiteren Trend: Pferde werden zunehmend als lebenslange Begleiter gehalten, nicht nur als reine Nutz- oder Turniertiere – teils dank der starken Beziehung, die über lange Jahre des Haltens zwischen Pferd und Halter wächst.
Eine US-Umfrage unter Betrieben der pferdegestützten Therapie fand: Erkrankungen des Bewegungsapparats, Verhaltensprobleme und andere Gesundheitsprobleme waren die häufigsten Gründe, Pferde in den Ruhestand zu nehmen. Die Studie notierte außerdem: Forschung dazu, welche Gesundheitsprobleme genau hinter dem Ruhestand stehen, könnte Präventionsstrategien liefern, die das aktive Leben von Pferden verlängern.
Eine andere Studie zu Ruhestandsmustern fand: Die Mehrheit der Pferde, 61 Prozent, ging zwischen 15 und 24 Jahren in den Ruhestand; der Rest verteilte sich auf früheren und späteren Ruhestand.
Ein wiederkehrender Hinweis von Fachleuten: Zu verallgemeinern gehört zu den häufigsten Fehlern in der Pflege älterer Pferde, weil jedes Pferd anders altert – körperlich wie mental. Gewichtsveränderung ist ein klares Beispiel: Viele ältere Pferde nehmen ab, auch ohne mehr Bewegung, andere nehmen leicht zu, weil sie nicht mehr so viel Energie verbrauchen wie im aktiven Dienst. Unter- wie Übergewicht bringen Gesundheitsrisiken für das ältere Pferd.
Mehrere Tierärzte betonen: Ein sicheres, gutes Alter fürs Pferd braucht in der Praxis besondere, angepasste Pflege – nicht nur, das Pferd „in Rente zu schicken“, ohne die Routine zu ändern. Sie brauchen mehr Zuwendung und Aufmerksamkeit, die gezielt ihrem Wohlbefinden gilt.
Ein oft vergessener Bereich: der Bedarf älterer Pferde an mentaler Anregung. Fachleute vergleichen es mit Kreuzworträtseln für ältere Menschen – das Gehirn muss weiter benutzt werden. Forscher nennen das „Umweltanreicherung“: Objekte und Aktivitäten, die den Geist anregen. Wie viel nötig ist, hängt davon ab, wie viel Anregung das Pferd in seiner Umgebung schon hat – und Herdenkontakt gibt oft schon für sich genommen erhebliche Anregung.
Ein wachsendes Forschungsfeld versucht, Werkzeuge zu entwickeln, um die Lebensqualität chronisch kranker und älterer Pferde objektiv zu beurteilen – besonders vor schwierigen Entscheidungen wie der Euthanasie. Ein systematischer Überblick bestehender Tools zur Bewertung des Wohlbefindens stellte fest: Es fehlt ein eigenes Werkzeug, um Lebensqualität bei chronisch kranken oder alternden Pferden aus der Erfahrung des Pferdes selbst zu messen, auch wenn mehrere Tools Wohlbefinden in anderen Kontexten beurteilen. Ein klares Zeichen, dass das Feld noch in der Entwicklung ist.
Praktische Empfehlungen für pensionierte und ältere Pferde: geräumige, gut belüftete Unterstände mit rutschfestem Boden, um Sturzrisiko zu senken; weicheres Einstreu für Pferde, die öfter liegen; sowie automatische Tränken, die gleichmäßigen Zugang zu frischem Wasser sichern. Gleichzeitig gilt: Etwas Bewegung bleibt entscheidend für die Gesundheit, auch wenn intensives Training nicht mehr dran ist.
Bei Hästannons gehören Pferdewohl und verantwortliches Halten zusammen – egal ob du kaufst, verkaufst, züchtest oder reitest. Lies weiter in der Serie und in unseren praktischen Ratgebern.
Die Forschung setzt oft 15 Jahre als Beginn des Alterns und 30+ als sehr alt – aber jedes Individuum ist einzigartig.
Im Gegenteil – sie brauchen oft stärker individuell angepasste Pflege: Gewicht, Futterzustand, Hufpflege, mentale Anregung und angepasste Umgebung.
Ein perfektes Werkzeug fehlt, aber Verhaltensänderungen, Gewicht, Bewegung und Schmerzzeichen solltest du über die Zeit systematisch verfolgen.